Die heilige Messe

Warum überhaupt?

Was wir hier tun, geht auf Jesus zurück, der vor 2000 Jahren gelebt hat, am Kreuz gestorben und auferstanden ist. Am Abend vor seinem Tod hat er Brot und Wein genommen und seinen Freunden gesagt: Wann immer ihr das wieder tut, bin ich selber ganz real bei euch! Genau das machen wir jeden Sonntag.

ERÖFFNUNG

Kreuzzeichen & Hi

Alles, was jetzt passiert, wird unter das Vorzeichen des dreifaltigen Gottes gestellt, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Anders als bei Star Wars soll hier nicht „die Macht mit dir sein“, sondern der lebendige Gott. Keine Energie, sondern ein Gegenüber. Nicht etwas, sondern jemand.

Thought, thoughts & more thoughts

Gott begegnet uns immer wieder neu. Er liebt uns unabhängig von unseren Leistungen, traut uns gleichzeitig auch vieles zu und hat dem Menschen Verantwortung gegeben. In diesem Teil der Messe halten wir Gott unser Leben hin, so wie es ist, ganz ehrlich. Wir singen Kyrie/Herr und bringen damit vor ihn die Momente in denen wir unsere Verantwortung zu wenig wahrgenommen haben, in denen wir anderen und uns selbst geschadet haben, wo wir unsere Grenzen erfahren haben. Der Priester verspricht dir hier, dass Gott wirklich alles verzeiht, was dir ehrlich Leid tut.

Gloria

Das Lied, das an dieser Stelle gesungen wird, hat eigentlich mit Weihnachten zu tun. Als Jesus in Bethlehem geboren wird, hören die Hirten auf dem Feld vom Himmel her den Gesang „Ehre sei Gott in der Höhe“ (Gloria in excelsis deo) und Friede den Menschen auf Erden“.

Es ist die Freude darüber, dass Gott als Mensch in diese Welt gekommen ist. In diese Freude kannst du miteinstimmen oder auch einfach nur zuhören. Denn Gott will auch jetzt, in dieser Feier, zu jedem und jeder einzelnen kommen. Bei allem, was uns noch belastet, sagt er uns: Ich bin da, bin mit dir in dieser Situation, auch wenn du es vielleicht nicht spürst.

Tagesgebet

Mit einem Gebet richtet der Priester uns alle auf Gott aus. Wer dieses Gebet unterstreichen möchte, sagt am Ende „Amen“ (lat.: So sei es!).

WORTGOTTESDIENST

Im zweiten großen Teil der Messe werden Texte aus der Bibel vorgetragen. Hier wird uns aus immer neuen Blickwinkeln die eine große Liebesgeschichte zwischen Gott und dem Menschen erzählt. An diese leidenschaftliche Liebe Gottes, von denen diese Erzählungen handeln, erinnern wir uns, wenn wir nach der Lesung Danke („Dank sei Gott“) sagen.

Dann singen wir „Halleluja“. Das ist ein hebräisches Wort und bedeutet „Lobet Gott!“

Evangelium

Die Bibel kennt so eine Art Biographie von Jesus. Die nennt man „Evangelium“ (Frohe Botschaft). Dass Jesus vor 2000 Jahren in dieser Welt gelebt hat, ist eine ziemlich gute Nachricht für uns Menschen. Im Prinzip geht es darum von ihm zu lernen, wie wir gut leben können. Insgesamt gibt es vier verschiedene Versionen. Auch wenn die jahrtausendealten Formulierungen der Bibel hier und da verstaubt klingen: hör‘ sie dir einfach an und lass‘ sie zu dir sprechen. Was bringen sie in dir zum Klingen? Wo bist du hängengeblieben? Wo findest du dich wieder? Was weckt dein Interesse, Fragen oder auch Unverständnis und Ärger?

Das Glaubensbekenntnis

Auch „Credo“ genannt (was auf Lateinisch nichts anderes bedeutet als „Ich glaube“). Hier ist total komprimiert auf den Punkt gebracht, was in der Kirche seit den Anfängen geglaubt wird. Im Laufe der Jahrhunderte haben nicht wenige mit dem Leben bezahlt, dass sie an diesem Bekenntnis festgehalten haben. Wer es mitsprechen möchte, findet den Text auf der Leinwand.

Wenn dir manche Inhalte irgendwie komisch vorkommen oder du sie nicht so ohne Weiteres glauben kannst, ist das kein Problem. Falls du mehr darüber wissen willst, kannst du gerne nachher zu jemanden vom Team kommen und einfach drauflosfragen.

Fürbitten

In den Fürbitten hat alles Platz, worum wir Gott bitten möchten. Für uns selbst oder für andere: Kranke Freunde genauso wie eine bevorstehende Operation, Frieden in der Welt, Beziehungsstress oder die Prüfung in der nächsten Woche.

Wenn du ein Anliegen oder einen Wunsch laut sagen möchtest, kannst du gerne an das Mikrofon vorne im Mittelgang gehen. So können wir alle gemeinsam mit dir für dein Anliegen beten.

EUCHARISTIEFEIER

Brot und Wein sind symbolische Gaben. Sie stehen für die Freude (Wein) und die mühsamen Sachen in unserem Leben (Brot). Alles wird auf dem Altar zu Gott getragen, angezeigt durch den aufsteigenden Weihrauch.

Du bist auch eingeladen in einem inneren Schritt Gott eine konkrete Sache auf den Altar zu legen von der du denkst, dass sie eine Veränderung zum Guten, eine Wandlung braucht. Eine Beziehung, ein Bereich deiner Persönlichkeit, ein Vorsatz, ein Gefühl, eine Belastung oder einfach der Umgang mit einer nervigen Arbeitskollegin. Das Gebet dabei ist die Bitte, dass Gott sich all dem liebevoll zuwendet.

Das Hochgebet

Dieses Gebet ist wie ein Gespräch zwischen Liebenden, zwischen Gott und uns. Der Priester sagt Gott für uns alle danke für seine vielen Geschenke, die er uns gemacht hat. Er erinnert an das letzte Abendmahl von Jesus mit seinen engsten Freunden für die er alles geben würde, für die er sogar sein Leben gegeben hat. In der Messe handelt es sich aber nicht einfach um eine Erinnerung wie in einem Fotoalbum, sondern es wird heute zur Realität. Er gibt sein Leben heute für jeden und jede von uns.

Sanctus

Dreimal wird „Heilig“ gesungen. Weil Gott Vater, Jesus Christus und der Heilige Geist alle in gleicher Weise Gott sind. Dieser eine Gott kommt leibhaftig in unsere Mitte. Das ist ein Geheimnis, das man nie wirklich ganz begreifen, sondern nur erahnen kann. Hosanna bedeutet übrigens „Gott, hilf doch!“

Vater unser

Dieses Gebet hat Jesus selbst seinen engsten Freunden beigebracht. Gott ist nicht irgendeine höhere anonyme Macht, sondern wie ein guter Vater.

Friedensgruß

Hier geht es um die echte Bereitschaft, untereinander Frieden zu halten, nicht nachtragend zu sein und versöhnungsbereit zu leben. Dieser Lebenshaltung kannst du Ausdruck verleihen indem du deinen Nachbarn die Hand schüttelst und ihm Frieden wünschst.

Breaking Bread

„Lamm Gottes“ hat nichts mit Essen zu tun, auch wenn gegrilltes Lammfleisch sicher etwas Köstliches ist. Hier geht es unter anderem um den „Sündenbock“, den die Juden nach alter Tradition am Versöhnungstag einmal im Jahr mit einer Holzlast auf dem Nacken in die Wüste geschickt haben. Dorthin sollte das Tier symbolisch alles Belastende, alles, was das Zusammenleben stört und alle Verfehlungen mitnehmen. Wenn es dann verendet, sind nach diesem Ritual auch die Sünden der Menschen mit beseitigt.

Als Jesus dann sein Kreuz durch Jerusalem getragen hat, haben manche Leute gedacht: er ist wie so ein Sündenbock. Er war immer nur liebevoll zu allen Menschen und doch erfährt er jetzt so viel Hass. Vielleicht ist die konsequente Liebe das einzige, was den Hass in dieser Welt besiegt. Auch wenn es uns dabei das Herz zerbricht…

Wenn der Priester das Brot bricht, zeigt das, dass auch Jesus „gebrochen worden ist“. Darin ist er solidarisch mit all unseren Gebrochenheiten. Auch du kannst das Zerbrochene in deinem Leben ihm hinhalten. Und dann bitten wir: „Gib uns deinen Frieden.“

Kommunion

… heißt „Gemeinschaft“. Hier ist der Höhepunkt der Feier erreicht. Jetzt ist der Moment, ganz persönlich Gemeinschaft mit Gott zu haben. Du kannst gerne nach vorne kommen und das Brot empfangen, das dir eine ganz enge Verbindung mit Jesus schenkt. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten wie z.B. dir vom Priester einen persönlichen Segen zusprechen zu lassen. Du kannst auch zu dem Korb im Mittelgang gehen und dir ein Wort aus der Bibel ziehen, das in diesem Moment vielleicht dir persönlich gesagt ist oder auch einfach sitzen bleiben und dir Zeit nehmen in dich hineinzuhören, was dich gerade im Innersten bewegt. Gott ist jetzt nur für dich da!

Schlußgebet

Vor dem Nachhausegehen, bedanken wir uns nochmal für alles, was uns diese letzte Stunde gebracht hat.

ABSCHLUSS & CIAO

Am Ende geht’s drum, dass diese Feier nicht nur ein gemütliches Zusammensein hinter Kirchenmauern bleibt, sondern wir gestärkt rausgehen. Dahin, wo wir Tag für Tag unsere Frau und unseren Mann stehen müssen. Dazu gibt Gott uns seinen Segen, bevor er uns losschickt.

Wie schön, dass du dabei warst! Jetzt geht‘s ab ins Wohnzimmer, mögen die Gespräche und das Bier in Strömen fließen! Falls du das erste Mal da bist und noch niemanden kennst, sprich einfach jemanden von uns an, plaudern gehört zu unseren Lieblingsbeschäftigungen.

LEXIKON

Credo: Ich glaube!

Amen: So sei es.

Halleluja: Lobet Gott!

Gloria: Ehre sei Gott!

Hosanna: Gott, hilf doch!

Kommunion: Gemeinschaft

Evangelium: Frohe Botschaft